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Hochtourenwochenende "Großvenediger"

29.07.2011 - 31.07.2011 
Tourensteckbrief Großvenediger 
Die Anfahrt erfolgt in Fahrgemeinschaften über die Inntalautobahn bis Kufstein-Süd, dann über die Bundesstraße Richtung St. Johann und Kitzbühel. Von Kitzbühl fahren wir über den Paß Thurn und schließlich durch den gebührenpflichtigen Felbertauerntunnel. Kurz danach zweigen wir rechts Richtung Matreier Tauernhaus ab. 
Ausgangspunkt ist der große gebührenpflichtige Parkplatz am Matreier Tauernhaus 
Hüttenanstieg: Vom Matreier Tauernhaus marschieren wir in 1 1/4 Stunden auf einer Schotterstraße nach Innergschlöß zum Venedigerhaus (1691m). Diese Strecke kann man auch mit einem Taxibus zurücklegen, der sich vormittags und nachmittags in der Regel an feste, sprich stündliche Abfahrtzeiten hält (4.50 Euro pro Person). 
Vom Venedigerhaus folgen wir nun der Beschilderung zur Neuen Prager Hütte. Die erste halbe Stunde geht es fast eben in Richtung Talschluss, Dann wird der breite Gebirgsbach überquert und es folgt ein steiler, schweißtreibender Aufstieg. Über Serpentinen geht es auf deutlichem Steig zunächst an der Alten Prager Hütte (2489m) vorbei und dann, teils über Blockgestein, weiter zur Neuen Prager Hütte (2796m), wo wir übernachten. 
Gipfelanstieg: Am nächsten Morgen leiten uns die Markierungen über Blockgestein bis an den Rand des Schlatenkees. Dort seilen wir uns an! Mäßig steil geht es nun auf dem Gletscher in westlicher Richtung weiter. Achtung, zahlreiche Spalten! Der schneebedeckte „Buckel“, den wir schon von der Neuen Prager Hütte aus stets im Visier haben, ist noch nicht der Groß-, sondern der Kleinvenediger. Wir gehen an ihm südlich vorbei, anschließend passieren wir den flacheren Abschnitt der Venedigerscharte, wo von Norden Spuren von der Kürsingerhütte heraufkommen. Nun wird es zum Abschluss noch einmal spürbar steiler. Im leichten Zickzack geht es hinauf zum Gipfelgrat, der zunächst noch recht breit ist, sich aber immer mehr verengt, je mehr man sich dem Gipfelkreuz des Großvenediger nähert. Die letzten 15 Meter sind je nach Schneelage sehr exponiert. 
Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist erforderlich! 
Gipfelabstieg: Nach einer hoffentlich fantastischen Gipfelsicht brechen wir zum Abstieg zum Defreggerhaus Richtung Süden auf. Das heißt, wir verlassen den breiteren Teil des Gipfelgrates nicht dort, wo wir heraufgekommen sind, sondern folgen ihm noch weiter südwärts, dann rechts (westlich) am Rainerhorn vorbei. In mäßig steilem Gelände gegen wir auf relativ direktem Weg abwärts.. Im unteren Teil des Inneren Mullwitzkees heißt es wegen der Spaltengefahr wieder besonders aufpassen. Das letzte Stück auf dem Gletscher geht eben dahin, wobei wir immer mal wieder Spalten ausweichen müssen, ehe wir den Ostrand des Gletschers erreichen. Ein paar Meter geht es über Blockgestein hinauf, dann rechts haltend erreichen wir kurz darauf das Defreggerhaus, wo wir übernachten.. 
Beim Abstieg vom Defreggerhaus aus folgen wir den Markierungen, die uns nach Osten auf das Äußere Mullwitzkees leiten. Zweieinhalb Stunden sind wir ostwärts unterwegs, bis wir über diesen leicht nach Süden geneigten Gletscher das Froßnitztörl erreichen. Wobei wir etwa auf der Hälfte der Strecke einen aus dem Eis ragenden Felsenkamm, die Glexenköpfe, überwinden müssen. Nach den Einzeichnungen in der Alpenvereinskarte sollte man diesen Kamm eigentlich auf dem Gletscher südseitig umgehen. Doch dies ist wegen des Gletscherrückgangs nicht mehr zu empfehlen, da man sonst in ein sehr steiles Gletschergelände mit Spaltensystemen kommt. Besser ist es daher, den Felskamm an geeigneter Stelle zu übersteigen und dabei schon etwas an Höhe gut zu machen. Dies ist bei guten Verhältnissen völlig unschwierig. Auf der anderen Seite des Felsrückens geht es dann wieder über den Gletscher hinüber zum Froßnitztörl, nördlich der Weißspitze. Das Törl stellt den Übergang zum Frosnitzkees dar. Auf diesem zunächst etwas links haltend, schließlich auf relativ direktem Weg steil abwärts zum Gletscherrand im Nordosten. Nun über Schutt zu einem Wegweiser, dann rechts und auf dem Rücken der Seitenmoräne entlang zur Badener Hütte. Von der Badener Hütte aus folgen wir einem herrlichen, abwechslungsreichen Höhenweg Richtung Norden zum Löbbentörl. An manchen Stellen ist der Steig etwas ausgesetzt und mit Drahtseilen gesichert. Nach einem Schlussanstieg stehen wir nach gut einer Stunde auf dem Löbbentörl. Von hier aus haben wir einen schönen Blick auf den Großvenediger und auf die umliegende Gletscherwelt. Vom aussichtsreichen Löbbentörl aus geht es über Blockgestein und einige Schneefelder zur Seitenmoräne des Schlatenkees. Nun stets auf einem Steig, der aussichtsreich auf dem Rücken der Moräne entlangführt, Richtung Innergschlöß. Wir kommen nun an eine Wegkreuzung , von der aus wir über eine Gletscherzunge wieder hinüber zu den Prager Hütten kommen könnten, doch um rasch abzusteigen, gehen wir am hübschen Salzbodensee vorbei und dann über einen breiten und versicherten Weg in steilen Serpentinen hinunter, bis wir schließlich wieder das Venedigerhaus und später das Matreier Tauernhaus erreichen. 
Charakter / Schwierigkeit: 
Natürlich ist der Gang auf den Großvenediger der Höhepunkt dieser Tour, doch dabei bleibt es nicht. Dadurch, dass wir den Gipfel quasi überschreiten, durch die spätere Gletscherquerung vom Defreggerhaus zur Badener Hütte, und den sich daran anschließenden Höhenweg bekommen wir einen ausgezeichneten Eindruck vom hochalpinen Charakter der Venedigergruppe. 
Landschaftlich ist diese Tour allererste Sahne! Es handelt sich um eine mittelschwere, hochalpine Tour, die über spaltenreiche Gletscher führt. 
Sicheres Gehen am Seil, Erfahrung im Begehen von Gletschern und volle Hochtourenausrüstung (siehe unten) sind unerlässlich. 
Für den (je nach Verhältnissen) schmalen Gipfelgrat am Großvenediger sind Schwindelfreiheit und Trittsicherheit nötig. 
Für den Abschnitt zwischen Badener Hütte und Löbbentörl genügt gute Trittsicherheit, die etwas ausgesetzteren Stellen sind drahtseilversichert. 
Gehzeiten: 
Matreier Tauernhaus – Venedigerhaus (Innergschlöß) 1 1/4 Std; 
Venedigerhaus – Neue Prager Hütte 3 1/2 Std.; 
Neue Prager Hütte – Großvenediger 3 1/2 Std. 
Großvenediger – Defreggerhaus 1 1/2 Std.; 
Defreggerhaus – Badener Hütte 4 Std.; 
Badener Hütte – Löbbentörl - Venedigerhaus 3 1/2 Std 
ca. 2.200 Höhenmeter jeweils im Auf- und Abstieg 
Hochtourenausrüstung: 
Anseilgurt; Hüftgurt oder Kombigurt oder Brust- und Sitzgurt mit HMS- Steigeisen und Eispickel 
2 Prusikschlingen mit etwa Körperlänge 
Bandschlingen mit 60 cm Durchmesser 
2 Schnappkarabiner 
Steinschlaghelm 
Stirnlampe 
Seil für je 3 oder 4 Personen und Biwaksack für je 2 Personen 
Vortreffen am 05.Juli um 18 Uhr im KLEZE ! 
Anmeldeschluss 29. Mai 2011 

© DAV Sektion Ringsee e.V. // Programmierung: Roland Büchl // Letzte Aktualisierung: 16.05.2012 10:08